Transrapid TR09 vor der Verschrottung gerettet

Am 02.09.2016, drei Wochen vor der Maglev-Konferenz in Berlin, wurde von der Vebeg GmbH im Auftrag des Bundes der Transrapid TR09 als Los 1643270.001 zum Verkauf ausgeschrieben . Eine Besichtigung des Objekts sollte am 11./12.10. jeweils gegen 9:00h möglich sein. Gebote sollten bis zum 25.10.2016 13:00h abgegeben werden.

Die Ausschreibung wurde von nicht wenigen Fachleuten auf der der Maglev-Konferenz in Berlin heftig kritisiert. Unter anderen hatten sich auch Vertreter der GFM-eV gegen einen Verkauf des Transrapid ausgesprochen. Die Osnabrücker Zeitung veröffentlichte am 13.10. eine Stellungnahme im Internet, in der die GFM-eV den Verbleib des Zuges in Lathen forderte. zu der auch die EMS-Zeitung gehört.

Unter den neun Bietern befand sich laut EMS-Zeitung vom 26.10. auch ein Schrotthändler. Die Samtgemeinde Lathen hatte sich an dem Bieterverfahren beteiligt und eine strategische Allianz mit mehreren Partnern, u.a. dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen, gebildet.

Weitere Bieter waren die Fachhochschule Bingen und die Fleischwaren-Firma Kemper aus Nortrup, die von Nachfahren des Erfinders Hermann Kemper geführt wird. Das Unternehmen möchte das Fahrzeug für einerseits Schulungsräume nutzen und andererseits Besuchern des Emslandes ein Informationszentrum über die Erfindung des Vorfahrens einrichten. Es gab schließlich das höchste Gebot von 200.001 € ab.

Dem Transrapid TR09 blieb gegenüber zumindest das Schicksal des Elektroautos Chevrolet EV1 (Electric Vehicle 1) erspart. Er wird nicht verschrottet und bleibt der Nachwelt zur Besichtigung erhalten. Dies Lösung hatte auch eine Erleichterung bei den Mitarbeitern der Firma Intis ausgelöst, die bis Ende 2011 die Magnetschnellbahn auf der Versuchsstrecke erprobt hatten, wenn gleich man sich den Transrapid weiter in Lathen gewünscht hätte.

Die Geschichte des EV1 wurde von dem Filmemacher Chris Paine in der Dokumentation „Who Killed The Electric Car“ verewigt, die auch unter YouTube und anderen Videoplattformen auffindbar ist. Auch das GFM-Jahresheft 2014 berichtete hierüber und wies auf erstaunliche Parallelen zur Magnetschnellbahn Transrapid hin („Who killed the Transrapid?“).


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