Beim Transrapid kann von "Träumen" nicht die Rede sein

Real sind auch Grenzen, Lärm und Instandhaltungskosten des Rad-Schiene-Systems

Der Transrapid schwebt über landwirtschaftlich nutzbarer Fläche
Der Transrapid hat sich durch Tests im Emsland bewährt.
(Zu sehen in einem neuen Videospot)

Ein am 11.11.2009 erschienener Bericht der Süddeutschen Zeitung äußert sich abfällig über ein Zitat des neuen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zu einer möglichen Wiederbelebung von Transrapid-Projekten in Deutschland. Eine Vision wird als Träumerei abgekanzelt und als Zeuge hierfür wird ein Vertreter einer abgewählten Regierungspartei aus der vergangenen Legislaturperiode genannt. Dabei hatte der Verkehrsminister von dieser Partei in der ersten Großen Koalition den Boden für diese Zukunftstechnologie Transrapid bereitet. Es war Georg Leber, der sich als Visionär erwies, wovon beim Verkehrsminister von derselben Regierungspartei zu Zeiten der zweiten Großen Koalition überhaupt nichts zu spüren war.

Die "Süddeutsche" bezog sich auf ein Interview des Politikers mit der im nördlichen Chiemgau erscheinenden Regionalzeitung Trostberger Tagblatt. Dort berichtete er über die Reaktion seiner jüngsten Tochter (12), als sie erfuhr, daß für Ihn der Posten des Verkehrsministers vorgesehen war. Sie hätte ihn am Telefon gefragt, ob er denn jetzt für die Eisenbahn zuständig wäre und dann auch die Magnetschwebebahn baue. Über seine Antwort, die wohl "höchst politisch" ware, ließ er nichts verlauten. Er deutete jedoch an, "daß hier letzte Wort noch nicht gesprochen" wäre.

Wer hier meint, der Minister "träume" vom Transrapid, verkennt, daß der Transrapid eine voll und ganz logisch erscheinende Fortentwicklung des in die Jahre gekommenen Rad-Schiene-Systems ist. Real sind jedoch die Kosten, die das Betreiben des Rad-Schiene-Systems an seinen technischen Grenzen nach sich ziehen. Aber explosionsartig gestiegene Kosten waren bisher auch noch kein Grund, ein laufendes Bauvorhaben für eine konventionelle Bahnstrecke zu beenden. Ebenso sind die Beeinträchtigungen der Umwelt beim Rad-Schiene-System gravierender als bei der Magnetschnellbahn. Hierzu gehören relativer Energieverbrauch, Lärmemissionen und Landschaftszerschneidung. (Zum Thema Bahnlärm gibt es auch ein Video welches kürzlich auf der Homepage der GFM-eV veröffentlicht wurde.)

Die für den Artikel der Süddeutschen Zeitung verantwortlichen Redakteure sollten mal davon träumen, daß der Bahnmarkt bis auf alle Ewigkeit so bleibt wie er ist, und daß es hochmotivierte Steuerzahler gibt, die die Folgekosten der Verhinderung von technischen Neuerungen so lange mittragen.


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