Transrapid 09 nimmt Gestalt an

Die Vertragsunterzeichnung zum Transrapid-Weiterentwickungsprogramm gehörte zu Minister Stolpes letzten Amtshandlungen

Als eine der letzten Amtshandlungen brachte Ex-Verkehrsminister Manfred Stolpe am 19.08.2005 das Transrapid-Weiterentwicklungsprogramm für die Systemtechnik auf den Weg. Dies brachte für die Siemens AG, ThyssenKrupp AG und Transrapid International Aufträge im Gesamtumfang von 113 Millionen Euro. Zusätzlich wurden 31 Millionen Fördermittel für die Entwicklung eines neuen Fahrzeugtyps, der für den Kurzstreckenverkehr optimiert wird, bereitgestellt. Der Bereich Systemtechnik beeinhaltet die Entwicklung kostengünstiger Fahrwegträger, von denen zwei Prototypen ab Ende Juni auf der Transrapid Versuchsanlage im Emsland (TVE) erprobt werden. Der Bau des Nachfolgefahrzeugs für den Transrapid 08 hat bei der ThyssenKrupp Transrapid GmbH zukunftsfähige Jobs für insgesamt 204 Beschäftigten in Kassel und München erst einmal gesichert.

Inzwischen konnte der Transrapid 09 "Hochzeit feiern". Dies berichtete die Hessische/Niedersächsische Allgemeine am 08.06.2006. Bei dem im Fahrzeugbau sogenannten Vorgang wurde der 23 Meter lange Wagenkasten der ersten Fahrzeugsektion in Anwesenheit von Mitarbeitern und geladenen Gästen auf dem Schweberahmen aufgesetzt. Der Transrapid 09 soll ab April 2007 auf der TVE erprobt werden.

Die neuen Eigenschaften des Transrapid 09 wurden während der Transrapid Fachtagung 2004 von Luitpold Miller vorgestellt. Er wird breitere Einstiegstüren und eine Gangbreite von einem Meter bei vier Sitzen pro Reihe aufweisen. Für die Anlieger wird das Fahrzeug um 2 bis 3 db leiser sein, da wegen einer berührungsfreien Energieeinspeisung bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h es keine Stromabnehmeröffnungen mehr gibt. Der Betreiber kann durch eine Erhöhung der Transportkapazität, höherer Zuverlässigkeit und geringeren Instandhaltungskosten mit einer besseren Wirtschaftlichkeit rechnen.

Der neue Fahrzeugtyp wird auch Konstruktionsmerkmale aufweisen, welche ihn kollisionsverträglicher machen. So wurde eine neue Bugstruktur entwickelt, welche die anfallende kinetische Energie bei den Aufprallszenarien Baum am bzw. quer auf dem Fahrweg und 50 kg schwerer Stein auf dem Fahrweg im Falle eines Falles auf ein unkritisches Maß verringern soll. Dies konnte in Tests bereits nachgewiesen werden. Für das Aufprallszenario kleine Steine auf dem Fahrweg wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden eine Lösung erarbeitet, welche vor Beschädigungen der Tragkufen im Unterflurbereich schützen soll.


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