Grundsatzentscheid zur Verlängerung der Transrapid-Strecke in Shanghai

Zug für den ICE auf der Strecke zwischen Peking und Shanhgai abgefahren

Zum Abschluß des vom 03.03.-13.03. andauernden Nationalen Volkskongresses wurde der Fünf-Jahresplan mit großer Mehrheit der 3000 Delegierten beschlossen. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.03.2006 fällte der Chinesische Staatsrat hierbei auch eine Grundsatzentscheidung für die Verlängerung der Transrapid-Strecke nach Hangzhou. Damit würde der Transrapid über das Stadium einer Touristenattaktion hinauswachsen und "ein wirtschaftlich und technisch sinnvolles Fortbewegungsmittel" werden.

Chinesischer Nationalkongreß
Foto: Xinhua

Ebenfalls wurde die 1300km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Shanghai beschlossen, die auf Basis des Rad-/Schiene-Systems realisiert werden soll. Hierbei soll allerdings das deutsche ICE-Konsortium, wie auch Technik aus Japan und Frankreich nicht zum Zuge kommen. Bei der Realisierung der Bahnstrecke fordert die Chinesische Regierung eine Lokalisierung von 70% der Komponenten, die Transrapid-Strecke Shanghai-Hangzhou muß sogar einen Anteil zwischen 80 und 90% enthalten.

Für das deutsche Transrapid-Konsortium bedeutet dies, daß es noch einen abschließenden Plan für die Neubaustrecke dem Staatsrat und der nationalen Entwickungs- und Reformkommision zur Genehmigung vorlegen muß, bevor ein Auftrag erteilt werden kann. Das Transrapid-Konsortium beharrt bei dem 30%-igen ausländischen Anteil an dem Projekt auf die Lieferung der Kernkomponenten Antriebstechnik und Betriebsführung.

Obwohl die Chinesen angekündigt haben, eine eigene Magnetschwebebahn mit Geschwindigkeiten von bis zu 500km/h zu entwickeln, stehen die Chancen für das Transrapid-Konsortium bei diesem Projekt noch gut. Denn eine Verlängerung der Strecke steht unter enormen Zeitdruck, denn sie soll zum Beginn der EXPO 2010 in Shanghai bereits in Betrieb sein. Der Einsatz chinesischer Antriebs- und Betriebsleittechnik wäre noch mit einigen Risiken einer Blamage behaftet. Die deutsche Transrapid Technologie muß den Chinesen jedoch immer eine Nasenlänge voraus bleiben, um auch in Zukunft ihre Chancen zu bewahren.

Die Entscheidung für eine Verlängerung der Transrapid-Strecke von Shanghai nach Hangzhou wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach in der Presse angekündigt und wieder dementiert worden. So wurde Ende Januar eine Pressemeldung veröffentlicht, die angeblich zustandegekommen war, weil während eines Fluges ein chinesischer Reporter in der Nähe zweier Mitarbeiter des Transrapid-Konsortiums saßen, welche sich über das Transrapid-Projekt Shanghai-Hangzhou unterhielten. Zuletzt gab Verkehrsminsiter Tiefensee am 22.02.2006 eine Presseerklärung über eine gefällte Entscheidung zugunsten des Transrapid ab, über welche Bundesaußenminister Steinmeier anschließend während seines China-Besuchs eines besseren belehrt wurde.


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